Ein Gedichtband wie ein Streifzug durch einen Luna-Park: Wir treffen einen Wikinger an der 54. Straße, versuchen, aufblasbare Münzen durch die ihnen zugewiesenen Löcher zu quetschen, besteigen Barthelmes Ballon in der Nähe des Central Park, fliegen in einer Disziplin unserer Wahl zu den inoffiziellen Weltmeisterschaften nach Milwaukee, behalten einen Kaugummi während eines Kreditgesprächs im Mund. Alles in allem sind wir in diesen Gedichten keine Freunde von mittelmäßiger Gesellschaft. Eine letzte Arche Noah sticht in See, mit Walen, Salamandern und Ratten, wenn nur genügend Gewässer rund um den Ararat zusammengefunden haben.

Die neuen Gedichte von Thomas Kunst verlassen den Pfad des Fernwehs und der Liebessehnsucht. Sie geben sich regional, sind aber durch und durch international: Im Toom Baumarkt sammeln sich arabische Reiter. Zwischen Carports und Gartenmöbelauflagen tobt die Schlacht von Tours und Poitiers im Jahre 732. Das Ordnungsprinzip des Sonettenkranzes soll verbinden, was sich ausschließt. Prosagedichte und jambische Elfsilber. Disziplin und Ernüchterungsrausch.


Pressestimmen (online)


Tobias Lehmkuhl, Süddeutsche Zeitung, 09.10.2017

Kunst weiß wie ein guter DJ die Elemente seiner Versmusik gut zu mischen und nahtlose Übergänge dort zu schaffen, wo eigentlich gar keine Verbindung zu existieren scheint.


Gerold Paul, Potsdamer Neueste Nachrichten, 02.10. 2017

Bei Kunst wird aus etwas ganz Kleinem oft etwas Großes, das ist seine Art.


Timo Brandt, Signaturen, September 2017

Ein wirrer, irrer Lyrikband, der einen sprachlich durch die Bank weg in Atemberaubendes und Luzides entführt. Bei der wiederholten Lektüre mancher Gedichte kommt mir fast alles hochpolitisch vor, und ich begreife nicht, wie ich sie zu Anfang als verspielt, als ungezwungen und frei wahrnehmen konnte.


Stefan Schmitzer, Fixpoetry, September 2017

Es ist angesichts Kunsts geschliffener und polierter Sprache schwer, auch nur irgendetwas in seinem Gedichtband nicht als eigens zurechtgemachtes und dargereichtes Tableau zu rezipieren.


Michael Wüstefeld, Sächsische Zeitung, 15.08.2017

Gern heißt es, Kunst und seine Lyrik seien Verkannte. Da sind Verkanntere bekannter. Immerhin hat Thomas Kunst mit dem Dresdner und dem Meraner Lyrik-Preis sowie dem Villa-Massimo-Stipendium schon wichtige Ehrungen für seine Gedichte erfahren. Nach einer branchentypischen Odyssee durch diverse Verlage versucht es nun Suhrkamp mit Kunst, was aufhorchen und genau lesen lässt.


Jonis Hartmann, Fixpoetry, 09.08.2017

Sein Band ist nichts weniger als phänomenal. Kolonien und Manschettenknöpfe ist reif für jegliche Form der Auszeichnung.


Claudia Kramatschek, Deutschlandfunk, 07.08.2017

Trotz seiner wortgewaltigen Gedichte hat der Literaturbetrieb Thomas Kunst bislang geflissentlich übersehen. Daß das ein Fehler war, stellt Kunst mit seinem neuen Band “Kolonien und Manschettenknöpfe” abermals unter Beweis.


Printmedien


Ulf Heise, Leipziger Volkszeitung, 02.10.2017

Thomas Kunst vermag es wie kein Zweiter, mit einer Mischung aus Ironie und Melancholie die gefährdete Position des Lyrikers im modernen Medienbetrieb zu beleuchten.

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Kai Köhler, Melodie und Rhythmus, Oktober 2017

Es geht um Tiere. Immer wieder Pferde und Delfine, aber auch anderes Viehzeug, das sich schließlich auf einer Arche zusammenfindet: „Etwa 287 Arten/ Von den Landsäugetieren/ Waren größer oder gefährlicher/ Als Schafe.“

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Olaf Schmidt, Kreuzer, September 2017

Kunst beherrscht die strenge Form des Sonetts ebenso virtuos wie das Prosagedicht. Und indem er einzelne Sentenzen an verschiedenen Stellen wiederholt und variiert, schafft er auch eine gedankliche Rhythmisierung, die alle Gedichte durchzieht und zueinander in Beziehung setzt.

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Harald Hartung, FAZ, 17.08. 2017

Statt in einem Kleinverlag erscheint der neue Gedichtband in einem unserer ersten Häuser. Doch der neue Autor strebt nicht einen Platz im Olymp an, sondern eher im Parterre: Er gibt sich als hemdsärmeliger Pop-Autor.Statt in einem Kleinverlag erscheint der neue Gedichtband in einem unserer ersten Häuser, bei Suhrkamp. Doch der neue Autor strebt nicht einen Platz im Olymp an, sondern eher im Parterre: Er gibt sich als hemdsärmeliger Pop-Autor.

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