Die Liebe und die Poesie vertragen kein Vielleicht: keine lauwarmen Bekenntnisse, keine allseits abgesicherten Kompromisse. Wer sich auf sie einlässt, kennt die Melancholie ebenso gut wie die maßlose Lust am Leben, die Hingabe ebenso gut wie den Furor – nur ein Wimpernschlag liegt zwischen »Ich werde so lange mit dir am Strand spazieren gehen / bis du mich liebst« und »Melde dich erst wieder, wenn du stirbst«.

Die Gedichte und Briefe in “Die Arbeiterin auf dem Eis” erzählen von bedenklich verwildertem Selbstbewusstsein, von Ameisen in Palästina, von Schlittenhunden in der Küche, vom Aufglimmen der Reisenden, von Ernstfallkassetten und Gedichtattrappen, von Kölnischwasser auf Spinnennetzen, von Liliputanern an den Spronser Seen, von Mecklenburg, Venedig und Persien. Ein Buch wie eine verwegene Liebeserklärung an alles Unbekannte: insistierend, zuversichtlich, absurd.


Pressestimmen (online)

Martin Becker, Deutschlandfunk Kultur, 18.07.2013

Leicht macht es Thomas Kunst dem Leser nicht mit seiner sturen und sperrigen Art des Dichtens – hat man sich aber an den unverwechselbaren Rhythmus und Tonfall gewöhnt, dann lernt man die Widerspenstigkeit der Kunst’schen Lyrik zu schätzen – unter die Haut gehende Textkompositionen über die Liebe, die man einfach lieben muss.


Gerold Paul, PNN, 01.04.2014

Seine Lyrik jedenfalls ist oft grandios. Sie verknüpft die Form mit einer unbändigen Fantasie, bringt das Unmöglichste zusammen, das Geburtstagsgeschenk und den Grönländischen Eisberg, Zitronenfalter und weinende Jäger, Hemingways Enkelin Birthe und falsche Lyrikpreisträger.


Zusammenfassung von planet lyrik


Printmedien

Jan Volker Röhnert, Tagesspiegel, 11.08.2013

Obwohl er seit den 90er Jahren als feste Größe in der deutschen Lyrikszene gilt, ist er alles andere als mit öffentlicher Aufmerksamkeit verwöhnt. Die letzte nennenswerte Auszeichnung für den 1965 in Stralsund geboren Thomas Kunst, war der F.-C.-Weiskopf-Preis der Berliner Akademie der Künste im Jahr 2004. Auch Feridun Zaimoglu, der die Gedichte seines Leipziger Kollegen empfiehlt, wo er nur kann, hat da bisher wenig ausgerichtet.

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Steffen Georgi, LVZ, 24.04.2013

„Die Arbeiterin auf dem Eis“ ist ein Buch zwischen Innehalten und Furor. Es gibt darin das Kontemplative, das Sprachversunkene und zugleich das Aufbrausende, Überbordende. Selbstbehauptung, Sehnsucht, Trotz.

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