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Was wäre ich am Fenster ohne Wale

WAS W√ĄRE ICH AM FENSTER OHNE WALE

MEINE LIEBSTE GEMAHLIN HOFFENTLICH WIRD ES HEUTE MORGEN

Nicht zu hell draußen, denn ich will ohne Anstrengung

An dich denken können, mit welcher Leichtigkeit

Du mir vorgeschlagen hast, allein nach Skudeneshavn

Zu reisen, in die Anstalt der Möwen, Kornfelder

Und Wale, du wei√üt, da√ü ich f√ľr Str√§ucher und dicke,

√úberschaubare Tiere etwas √ľbrig habe, aber allein

Werde ich diese Dinge nicht so genießen können, wie es

Ihnen zusteht, allein nach Skudeneshavn, du bist

Wahnsinnig, du brauchst viel länger als ich,

Um zu begreifen, daß wir uns lieben, nach all den

Sommerwechseln, unter uns, nach all den Sinfonieresten

Und Kußfetzen, wenigstens in Briefen, meine

Liebe, weil wir immer viel zu vorsichtig waren, konnten

Wir uns bis zum Ende niemals gegenseitig √ľberraschen,

Unser Anfang war nur ein Spiel, und unser Ende

War die M√ľdigkeit des Spiels, ich will nachts endlich

Wieder irgendwohin fahren m√ľssen, dahin, wo noch gen√ľgend

Aufdringlichkeit auf mich wartet, Aufdringlichkeit

Muß Sehnsucht sein, die sich nicht länger beherrschen

Kann, Skudeneshavn, Skudeneshavn, die Möwen, die

Kornfelder und Wale, du weißt, daß ich dieses Blau

Schon immer geliebt habe, dieses Blau, bei dem

Ich an Krankenhäuser denken muß, an die Flure,

In denen Keime abgetötet werden sollen, dieses Blau,

Mit seiner Vorliebe f√ľr de Verhaltensgest√∂rtheit

Von Violett, du brauchst wirklich viel länger als ich, um

Zu begreifen, daß ich dir, mit meiner einseitigen Liebe,

Nur einen Gefallen getan habe, mit welcher Leichtigkeit

Ich an dich denken kann, es war doch deine Idee,

Hierher zu fahren, in diese präzisen Horizontanlagen,

Mit ihren treibenden Wetterst√§mmen, wie √ľberschaubar

Und nachlässig von dir, mich gerade dahin zu schicken,

Wo es mir an nichts fehlen kann, du mußt wirklich

Wahnsinnig sein, mit meiner einseitigen Liebe

Zu dir, du schreibst, du seist dicker geworden, du

Weißt doch, daß ich dieses Blau schon immer geliebt

Habe, la√ü die f√ľnf Kilo dort, wo sie sind, denn

Wenn die fehlen, wirst auch du wieder weiter von mir

Entfernt sein, gut, daß ich allein gefahren bin,

Ich denk an dich, aber was

Wäre ich am Fenster ohne Wale.

                             


ICH LEBE MIT EINER SPINNE ZUSAMMEN SIE

Am Toilettenfenster, ich am Toilettenfenster, aber

An einem viel kleineren als sie, und das alles

Noch nicht mal zur Straße hin, hoffentlich

Fehlt sie mir nicht eines Tages, es gibt nicht

Viele, die so sind wie sie, so beständig, tapfer

Und dick, unser Spiel besteht immer darin,

Mein Spiel besteht darin, sie anzupusten, bis sie,

An ihrem Faden, gegen das Glas schwingt und

Lacht, unangestrengter kann man wirklich nicht

Verblöden, ich sehe doch, wie sie lacht, ich sehe

Doch, wie beschwingt sie zittert und lacht, und

Das alles noch nicht mal zur Straße hin.

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