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Der Schaum und die Zeichnung vom Pferd

„...Kunst geht es um nichts weniger als die tägliche Existenz. Er serviert seine poetischen Gewebe auf einem Silbertablett, das er gern schnell und heiter zum Kippen bringt. Galant hebt die „Indianische Novelle“ an, um mit erfrischender Wendung zu verblĂĽffen: „Junge Frau, dĂĽrfte ich ihren / Handschuh begleiten.   Ja / Aber nur bis ĂĽber die Uhr.“ Souverän und licht mischt Kunst Hoch- und Kindersprache, Slang und exotische Lexik, nette Ansprachen an Frauennamen wie NavalĂ©n, Efanie und Hildengaard. Letztere ereilt der kindlich stotternde GruĂź im „Kanton Orydide“: „Zweierlei Gelb, Fräulein / Von Hildengaard, denn ihr / Wattestäbchen im Besteckkasten / War doch unten noch gut“ Keine seiner Damen verliert Kunst aus dem Blick, sie winken zurĂĽck aus den folgenden Gedichten, werden vernetzt in der Textur der einander erhellenden Versgebäude. Auf der Haben-Seite dieser Lyrik steht die Fähigkeit zu ĂĽberraschenden Synästhesien: “vom Sozialrosa einer / Gehauchten, halbvertrockneten / Busbeleuchtung“ ist die Rede. Ein heftig geschleudertes, hellgieriges Gelb in der/Leichten Verschwommenheit der Industrie“ scheint auf. Unter all dieser federnden Artistik bietet Kunst die Szenarien von Liebschaften und Episoden benachbarter und eigener Kindheit („Mutter, die Hunde, die Hunde. Sie / Standen noch eben auf meinem Regal“), die zum EindrĂĽcklichsten dieser Gedichte zählen.“

Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung, 05.08.1998

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